Alltäglicher Wahnsinn

taxes-1027103_1920Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.

Mitte Dezember fährt ein Bürger, nennen wir ihn A, mit seinen Kollegen, der Einfachheit halber B und C genannt, nach Dortmund. Da kommen sie in eine Polizeikontrolle. Man gibt an, keine Betäubungsmittel dabei zu haben. A hat auch keine dabei, aber Bargeld.

Es kommt, was kommen muss: B hat eine kleine Menge „Drogen“ dabei, das Geld wird flux als Drogengeld identifiziert oder als Diebesbeute oder zum Ankauf von Drogen gedacht, naja, wie auch immer. Geld ist weg, sichergestellt, nach § 43 PolG NRW.

Aktenzeichen sind eine tolle Erfindung, aber nur so lange, wie alle mitspielen. Spielt der Verteidiger nicht mit (also ohne Az. zur Behörde) kommt das Schreiben meist schneller zurück als man „piep“ sagen kann, mit dem Hinweis, es könne nicht zugeordnet werden.

Der Versuch irgendeine Ziffernfolge anzugeben, ist per se nicht schlecht, verzögert aber nur das unvermeidliche.

Umgekehrt auch!

Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich mehr als einen Mandanten habe, hier. Ich habe sogar mehr als die beiden im Artikel erwähnten.

Und dann kommt diese Post:

StA Hagen

Man beachte „Ihr Zeichen“… 0800/66 84 84 589 oder auch 0800/NOTGUILTY. Hat zwar auch was mit mir zu tun, ist aber mein 24-h-Notruf für Strafsachen. Schade, könnte alles so einfach sein, so hält’s nur wieder den Betrieb auf.

 

In diesem Sinne…

Und wieder ein Gericht, was einfach mal pauschal meine Bevollmächtigung anzweifelt. Dieses Mal gar nicht so weit weg. Das AG Arnsberg fordert mich nun auch zur Vorlage auf.

Warum? Keine Ahnung! Kein vorheriger Verteidiger, keinerlei Anhaltspunkte die gegen eine ordnungsgemäße Bevollmächtigung sprechen und ganz nebenbei wurde diese ja auch, wie immer, anwaltlicher versichert. Warum ich keine vorlege, kann man hier lesen. Und warum ich sammele hier.

Es war einmal ein Reiseanwalt. Der hatte einen Gerichtstermin für einen Mandanten in Erlangen. Und dann noch einen zweiten Mandanten. Er brauchte mehr als einen. Er fuhr zurück aus dem Süden der Republik. Da rief das Amtsgericht in Hamm an und sprach mit einer der fleißigen Mitarbeiterinnen des Anwalts. Es ging um den zweiten Mandanten. Man habe diesen festgenommen und um 12:30 solle ein Haftbefehlsverkündung stattfinden. Die fleißige Mitarbeiterin erklärte, dass der Anwalt in Bayern (Franken) sei, jedoch auf dem Rückweg und sie es ihm ausrichten werde. So geschah es auch.

Der emsige und engagierte Anwalt beschleunigte daraufhin seine Motorkutsche und eilte zum Amtsgericht nach Hamm. Dort traf er um 12:15 ein, erkundigte sich nach seinem Mandanten, um zu erfahren, dass man diesen gerade hatte laufen lassen, da man den Termin vorgezogen hatte.

Vor gar nicht allzu langer Zeit durfte ich dem AG Ravensburg erklären, wie das mit der Vollmacht und deren Vorlage funktioniert.

Die haben es dann endlich begriffen.

An dieser Stelle vielen Dank an die Staatsanwaltschaft Dortmund, dass ich mich wiederholen darf, denn das war heute in der Post:

Vollmacht die zweite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mal gucken, wie lange die brauchen?!

In diesem Sinne…

think-about-1184858_1920Das beA (besondere elektronische Anwaltspostfach) kommt. Keiner weiß wann, keiner weiß wie, aber alle dürfen bezahlen. Einmal hab ich mir schon mit „therapeutischem Bloggen“ beholfen. Hier!

Heute muss es wieder herhalten:

Nun, ausgerechnet meine Kammer – also Hamm -, hat hier einen Prozeß führen müssen, weil ein Kollege gegen die Beitragsordnung geklagt hatte. Mit dem recht charmanten Argument, wenn der Gesetzgeber das will, dann soll der das auch bezahlen. Ähnlich der Musik…. Man kennt das Sprichwort.

Ist aber nicht, so der Anwaltssenat des BGH am 16. Januar 2016. Hier geht’s zum Artikel auf LTO.de

Was reg‘ ich mich auf?!

 

In diesem Sinne….

hammer-802301_1920Es war einmal vor langer Zeit, ein Rechtsstaat. Es war eine tolle Erfindung, da passte er eine auf den andern auf. Keiner hatte zu viel Macht und wenn der Staat dem Bürger etwas wollte, guckte einer drüber. Man nannte es z.B. „Richtervorbehalt„.

Das war eine vielleicht eine tolle Erfindung. Wenn der Schutzmann mal beim Ede ums Eck gucken wollte (frei nach dem Großstadtrevier) musste er vorher beim Gericht anrufen und fragen, ob er das darf. Wenn das Gericht, nach Vorlage der bisherigen Beweise und Indizien es auch für angebracht hielt mal beim Ede zu Hause, im Auto, in der Telefonleitung nachzugucken, dann gab es einen entsprechenden Beschluss (zur Not auch nur mündlich, wenn die Zeit knapp war).

upset-534103_1920Nun, ich kann es nicht anders sagen, aber ich fühle mich betrogen. Als hätte man mich um den Spaß gebracht. Wie ein Kind an Weihnachten, wenn es nichts von dem gab, was man sich so wahnsinnig gewünscht hatte, sondern stattdessen S-O-S (Schlips-Oberhemd-Socken; nun gut, vielleicht nicht bei Kindern, aber ich glaube, man bekommt ein Gefühl dafür, was ich meine).

Warum ich mich so fühle? Keine Email! Nicht eine! Dabei hatte ich mich schon so sehr darauf gefreut endlich mal Werbung zu bekommen. Gestern berichtet ich an dieser Stelle über den „Abmahnspaß“, den ich nun auch mal haben wollte. Und dann meldet der sich einfach nicht. Ob er sich nicht traut? Ob er mich vergessen hat?

Am ausgelassenen Karneval in Bochum kann’s ja heute auch nicht liegen. Naja, einen Funken Hoffnung habe ich ja noch…

In diesem Sinne…